Diese Spuren verraten: hier gibt es Biber!

Sumpfiger Uferbereich mit unterirdischen Bibergängen

Biber unterminieren die Uferbereiche

Die Nager verwandeln das Ufer des Haselbachs in ein feuchtes Sumpfgebiet. Eine Begehung ist, gerade für spielende Kinder, nicht ratsam, da der gesamte Uferbereich unterminiert, also mit unterirdischen Bibergängen durchzogen ist. Hier besteht Einbruchgefahr.

Nagespuren eines Bibers

Naturparadies am Haselbach

Biber sind scheue, nachtaktive Tiere, was es erschwert einen Biber zu Gesicht zu bekommen. Was man aber auf jeden Fall findet, sind die Spuren, die er hinterlässt. Noch vor wenigen Jahrzehnten war der Biber ausgerottet, in den 70er Jahren unter Naturschutz gestellt und wieder erfolgreich angesiedelt.
Die Hochwasser der vergangenen Jahre haben die Verbreitung des Bibers begünstigt.

Deutliche Biberspuren

Fällplatz eines Bibers

In den naturbelassenen Auwäldchen des Haselbachs fällt der Biber Bäume und zerlegt diese an Ort und Stelle. Er frisst ihre nahrhafte Rinde und verwendet Äste und ganze Stämme zum Bau seiner Dämme.
Der Biber passt seinen Lebensraum an seine Bedürfnisse an und erhöht damit die Strukturvielfalt von Gewässern und Uferbereichen.

Biber

Biber und ihre Bauwerke sind
streng geschützt

Biberburg am Haselbach

Eine Biberburg am Haselbach • Zutritt verboten

• Das Leben der Biber •

§ Nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sind Biber streng geschätzt. Jeglicher Eingriff in das Leben der Biber samt Burgen und lebensnotwendiger Dämme ist eine Straftat. Auf Störung und nicht rechtlich genehmigte Zerstörung oder Tötung erfolgen hohe Geld- und sogar Gefängnisstrafen.

Fossilfunde belegen: Biber gibt es in Bayern seit 15 Millionen Jahren. 1867 wurden die letzten Exemplare aus Ignoranz, Aberglaube und gefährlichem Nichtwissen ausgerottet und endlich nach über 100 Jahren unter Naturschutz gestellt. Sie konnten seit den 70er Jahren wieder erfolgreich angesiedelt werden, ihr Bestand hat sich erholt und sie kehren in ihre ursprünglichen Gebiete zurück.

"Ursprünglich war der Biber (Castor fiber) in ganz Europa verbreitet und kam recht häufig im Bereich verschiedener großer Flüsse vor. Sein weicher hellbrauner bis braunschwarzer Pelz und sein schmackhaftes Fleisch wurden ihm zum Verhängnis. Besonders im Mittelalter verstärkte sich der Jagddruck, da die katholische Kirche - der Jesuitenpater Charlevoix im Jahr 1754 (eigene Anmerkung) - den Biber wegen des schuppigen Biberschwanzes und der Lebensweise im Wasser kurzerhand zu Fisch und damit zur Fastenspeise erklärte. Dadurch wurde dem Biber nun verstärkt in der empfindlichen Aufzuchtsphase nachgestellt. Neben Nutzung von Pelz und Fleisch trugen auch die abergläubischen Vorstellungen um die Heilkraft des Bibergeils - einem Sekret der Analdrüsen, das der Reviermarkierung dient - zur Ausrottung bei. Zusätzlich wurde der rein vegetarisch lebende Biber zu Unrecht als Fischräuber verdächtigt. Flussbegradigungen und Auenwaldbeseitigungen führten ebenfalls zu einem weiteren Schrumpfen des Bestandes. Durch die starke Bejagung wurde das größte Nagetier Europas fast ausgerottet. In Deutschland überlebte nur dank intensiver Schutzbemühungen eine Restpopulation des Bibers im Gebiet der mittleren Elbe - der Elbebiber (Castor fiber albicus)." Quelle: baeumen.de

Biber sind die größten Nagetiere Europas. Sie bekommen ein bis drei Junge pro Jahr, welche die ersten zwei Lebensjahre bis zur Geschlechtsreife im Revier der Eltern verbleiben. Während dieser Zeit lernen sie Holz- und Pflanzenarten zu unterscheiden und zu bearbeiten, und in technisch unterschiedlichen Bauweisen Dämme zu bauen, essbare Pflanzen zu erkennen und sich Vorräte anzulegen. Biber sind nachtaktiv und zerlegen einen Baum mit 50 cm Durchmesser in nur einer Nacht.

Die Burg, das Zuhause der Biber, wird immer in Gewässernähe gebaut. Der Eingang liegt unter Wasser, um Feinde fernzuhalten. Biber entfernen sich selten weiter als 20 m vom Wasser. Über Erdgänge, sogenannte Röhren, halten sie stets die Verbindung zum Wasser, in dem sie sich schneller fortbewegen können als an Land.

Biber halten Winterruhe. Wo in den Sommermonaten ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot vorhanden ist, legen sich Biber für den Winter einen guten Vorrat direkt in Burgnähe an, wobei sie sich hauptsächlich von Rinde ernähren.

Sie haben sich an ein Leben im Wasser angepasst. Jegliche Art von Still- bis Fließgewässern werden durch Biber besiedelt solange ausreichend Nahrung vorhanden ist. Sie sind reine Pflanzenfresser, ernähren sich von jungen Trieben, Blättern, Zweigen und Rinden von Laubbäumen, vor allem Weiden, Pappeln und Erlen. Auf ihrem Nahrungsplan stehen ebenfalls Kräuter, verschiedene Gräser, Wasserstauden oder Schilfarten.

Biber arbeiten nachhaltig. Für spätere Generationen werden Naturräume mit idealen Lebensbedingungen geschaffen. Wälder, vor allem Monokulturen, werden ausgelichtet, um das natürliche Pflanzenwachstum durch genügend Lichteinfall anzukurbeln und Laubbäume und Sträucher werden gezielt zurück"geschnitten", damit verstärkt junge Triebe nachwachsen.