Biberrevier

Biberdamm

Ein Biberdamm

Warum bauen Biber Dämme?

Biber regulieren so den Wasserstand

Mit Hilfe von Dämmen stauen Biber Fließgewässer und heben damit künstlich den Wasserspiegel. Der wichtigste Grund hierfür ist, dass sie so Feinde aus ihren Burgen fernhalten können, deren Zugänge immer unter Wasser gehalten werden. Außerdem schaffen sich Biber auf diese Weise günstige Wasserwege. Biber können sich im Wasser ausgezeichnet fortbewegen. Sie sind hervorragende Schwimmer und Taucher, können schnell weite Strecken im Wasser zurücklegen und im Notfall bis zu 20 Minuten unter Wasser bleiben. An Land bewegen sie sich eher schwerfällig durch ihre kompakte Körperform. Einen weiteren wichtigen Grund für das Erschließen von großzügigen Wasserflächen findet sich im Transport schwerer Lasten. Biber können so ihre Vorräte und ihr Baumaterial in Form von Baumstämmen, Ästen und Zweigen ungestört und ohne größere Anstrengung befördern.

Hochwasserschutz • Gewässerschutz

Von Bibern renaturierte Auenlandschaften

Durch staatlich unterstützte Programme werden einst begradigte Bach- und Flussläufe kostspielig renaturiert. Ihre Ursprünglichkeit in Form und Vegetation wird aufwändig nachgestaltet. Rückhaltebecken zum Hochwasserschutz werden künstlich angelegt.

Biber hingegen renaturieren kostenlos. Durch ihre Dämme führen sie begradigte Flussregionen in ihren natürlichen Lauf zurück. Es entstehen natürliche Rückhaltebecken, die das Umland vor Überschwemmungen schützen. Die Fließgeschwindigkeit der Gewässer verringert sich durch das verzögerte und gleichmäßige Abfließen des Wassers. Einer Austrocknung der angrenzenden Grundstücke wird effektiv entgegengewirkt.

Bibergebiete verzeichnen einen höheren Grundwasserspiegel. Die Filterkraft von Feuchtbiotopen hilft die natürliche Reinheit des Wassers zu erhalten.

Klimaretter Biber?

Biber schaffen Feuchtbiotope und tragen wesentlich zum Klimaschutz bei

Sümpfe und Moore sind Feuchtbiotope, die nicht nur vielen Pflanzen- und Tierarten Schutz bieten. Intakte Sümpfe und Moore gelten als Klimaretter, da sie trotz ihrer geringen Fläche 30% des CO2 (Kohlenstoff) und große Mengen an Stickstoff (N) binden.

Artikel 1a des Bayerischen Naturschutzgesetzes besagt, dass "Auwälder und Moore zu schützen, zu erhalten und, soweit erforderlich, wiederherzustellen sind." Vor allem der Artikel 13d stellt Feuchtgebiete wie Moore und Sümpfe unter den gesetzlichen Schutz und verweist darauf, dass die Zerstörung oder sonstige erhebliche Beeinträchtigung unzulässig ist und mit hohen Strafen geahndet wird.

Galerie

Baumaterial und Entwicklung vorderer Damm am Haselbach vom 17.02.2014 bis 08.03.2014

Es lässt sich gut dokumentieren wie viel Baumaterial der Biber in einem bestimmten Zeitraum, manchmal pro Nacht, für den vorderen Damm am Haselbach herbeischafft.

Der Wasserspiegel sinkt aufgrund ausbleibenden Niederschlags. Da der Biber an einer weiteren Burg ungefähr 30 Meter vor dem Damm baut, versucht er das Wasser möglichst gut zu stauen, um die Burg auch bewohnen zu können.

Entschädigungen

Schäden durch Biberverbiss

Biber können gravierende Schäden verursachen. Diese reichen vom einfachen Baumverbiss über das Fressen von Feldfrüchten in der angrenzenden Landwirtschaft bis zum Überlaufen von Karpfenteichen oder Unterspülungen von Straßen, Gleisen und sogar Brückenfundamenten.

Hier muss der Mensch eingreifen. Zum Schutz werden Bäume mit stabilen Estrichgittermatten vergittert und mit Spezialanstrichen versehen. Das Einrichten von 20 m - Pufferzonen an den Gewässerufern zeigt sehr große Wirkung, da sich Biber selten über diese Distanz hinaus bewegen. Eine Anpflanzung von Weichlaubhölzern, insbesondere Weiden in diesen Bereichen ist sinnvoll, da sie den Biberverbiss exzellent vertragen und schnell nachwachsen. Eine sehr trickreiche Methode den Wasserspiegel künstlich zu senken, ist der Einbau von Drainagerohren in die Dämme. Selbst Elektrozäune werden gegen Biber als wirksame Vorkehrungen in Zusammenarbeit mit den örtlichen Biberexperten angebracht. Als letzte Maßnahme werden Biber mit Ausnahmegenehmigungen gefangen, umgesiedelt oder unter bestimmten Voraussetzungen auch getötet. Im vergangenen Jahr waren dies mehr als 1100 Mal der Fall.

Da Biber mit Genehmigung der Bayerischen Staatsregierung angesiedelt wurden, hat sich diese dazu entschieden einen Entschädigungsfonds für die von Bibern verursachten Schäden bereitzustellen.